Manuelle Therapie

Ein Gelenk bewegt sich nicht mehr so weit wie das auf der Gegenseite. Der Nacken lässt sich beim Schulterblick nur noch halb drehen. Nach der Gipsabnahme bleibt das Handgelenk steif. Für solche Fälle gibt es die Manuelle Therapie, und Ihr Arzt kann sie Ihnen auf Rezept
verordnen.

Was in der Behandlung passiert

Am Anfang steht die Untersuchung. Wir prüfen Gelenk für Gelenk, wie weit die Bewegung geht, wo sie stoppt und ob der Widerstand vom Gelenk selbst, von der Muskulatur oder vom Bindegewebe kommt. Die ärztliche Diagnose auf der Verordnung ist dafür die Ausgangslage, nicht das Endergebnis. Oft sitzt die Ursache woanders als der Schmerz.

Danach arbeiten wir mit den Händen: gezielte Mobilisation der Gelenke ohne Impuls, dazu Techniken für Muskeln und Bindegewebe, Dehnung, Traktion und aktive Übungen, die Sie selbst ausführen. Zwischen 15 und 25 Minuten dauert eine Einheit, so sieht es der Heilmittelkatalog vor.

Was in der Manuellen Therapie nicht vorkommt: die ruckartige Manipulation mit dem hörbaren Knacken. Diese Technik ist in Deutschland Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin vorbehalten. Physiotherapeuten mobilisieren impulslos, langsam und dosiert. Das wirkt weniger spektakulär und ist für die meisten Beschwerden am Bewegungsapparat der sinnvollere Weg.

Wann Ihr Arzt Manuelle Therapie verordnet

Typische Anlässe sind Blockierungen der Wirbelgelenke, ein Hexenschuss, Nacken- und Schulterbeschwerden, Bewegungseinschränkungen bei Arthrose, Kiefergelenkprobleme sowie steife Gelenke nach Brüchen, Operationen oder langer Ruhigstellung. Auch bei länger bestehenden Schmerzen wird sie eingesetzt, meist zusammen mit aktiver Krankengymnastik.

Ob die Manuelle Therapie im Einzelfall passt, entscheidet die Untersuchung. Bei einem frischen Bandscheibenvorfall mit Nervenausfällen, bei entzündeten Gelenken oder bei Osteoporose in fortgeschrittenem Stadium gelten Einschränkungen. Sagen Sie uns deshalb vor der ersten Behandlung, welche Vorerkrankungen und Medikamente eine Rolle spielen.

Wer so behandeln darf

Manuelle Therapie ist eine Zertifikatsposition. Nach der Ausbildung zum Physiotherapeuten folgt eine Fortbildung von mindestens 260 Unterrichtseinheiten, verteilt auf mehrere Kursblöcke über mindestens zwei Jahre, mit schriftlicher und praktischer Abschlussprüfung. Erst danach darf die Leistung mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Die Ursprünge der Methode reichen weit zurück, die heute unterrichteten Konzepte entstanden allerdings erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts und werden laufend an die Studienlage angepasst.

Rezept, Kosten und Termin

Manuelle Therapie steht im Heilmittelkatalog und wird vom Haus- oder Facharzt auf einer Heilmittelverordnung verschrieben, Voraussetzung ist eine passende Diagnose. Gesetzlich Versicherte zahlen die übliche Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten plus zehn Euro je Verordnung, sofern keine Befreiung vorliegt. Ohne Rezept behandeln wir auf Selbstzahlerbasis.

Häufige Fragen zur Manuellen Therapie

Tut Manuelle Therapie weh?
In der Regel nicht. Die Mobilisation erfolgt langsam und in dem Bereich, den das Gelenk hergibt. Ein Ziehen oder Dehnungsgefühl ist normal, scharfer Schmerz nicht. Sagen Sie sofort Bescheid, wenn eine Technik unangenehm wird, dann passen wir sie an. Am Tag danach kann sich die behandelte Region anfühlen wie nach ungewohntem Training.

Wird bei der Behandlung gerenkt oder geknackt?
Nein. Manipulationen mit Impuls dürfen in Deutschland nur Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin durchführen. Physiotherapeuten arbeiten mit impulsloser Mobilisation.

Wie viele Behandlungen brauche ich?
Das hängt von Diagnose und Verlauf ab. Der Arzt legt die Anzahl auf der Verordnung fest, danach entscheidet er über eine Folgeverordnung.

Wie lange dauert ein Termin?
Die Regelbehandlungszeit für Manuelle Therapie beträgt 15 bis 25 Minuten. Kommt Krankengymnastik oder Wärmetherapie dazu, wird der Termin entsprechend länger.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ja, bei ärztlicher Verordnung. Gesetzlich Versicherte leisten die gesetzliche Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten plus zehn Euro je Verordnung. Wer von der Zuzahlung befreit ist, legt den Befreiungsausweis vor.

Brauche ich ein Rezept?
Für die Abrechnung mit der Krankenkasse ja. Ohne Verordnung ist eine Behandlung als Selbstzahlerleistung möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Manueller Therapie und Krankengymnastik?
Krankengymnastik trainiert Kraft, Koordination und Ausdauer. Manuelle Therapie setzt an der Gelenkmechanik an und stellt Beweglichkeit wieder her. Oft werden beide kombiniert: erst die Beweglichkeit, dann die Stabilität.

Wir freuen uns darauf Ihnen schon bald mit Rat und Tat in unserer Praxis in Dresden helfen zu dürfen.

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